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… das Blog über die DTM 2016

März 30, 2017
von Erich Hirsch
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DTM: Neues Format – Zwei gleichwertige Rennen pro Wochenende

Motorsports: DTM race Hockenheim(c)ITR,DTM

Der Countdown zur DTM-Saison 2017 läuft: In weniger als 40 Tagen startet die DTM mit einem angepassten Format in die Saison. Das neue sportliche Reglement sieht zwei gleich lange Rennen pro Veranstaltungswochenende mit jeweils einem vorgeschriebenen Boxenstopp vor – nur zwei Gründe, warum sich die Fans der Serie in diesem Jahr auf noch mehr DTM-Action freuen können. In Kombination mit den technischen Neuerungen – die neuen Boliden von Audi, BMW und Mercedes-AMG Motorsport haben über 500 PS Leistung, weniger Abtrieb und sind damit anspruchsvoller zu fahren – stehen die Zeichen auf Vollgas für eine spannende und abwechslungsreiche DTM 2017.

Zwei gleichwertige Rennen pro Wochenende

Jeder der 18 Wertungsläufe führt in der bevorstehenden Saison über die Distanz von 55 Minuten plus eine Runde. Somit verlängert sich die Renndauer eines Wochenendes gegenüber dem Vorjahr um zehn Minuten. „Das neue Format fordert Teams und Fahrer stärker als bisher zu abwechslungsreichen Strategien und perfekter sportlicher Leistung. Den Zuschauern soll die DTM dadurch an beiden Tagen des Rennwochenende mehr spektakuläre Rennen und Unterhaltung bieten“, sagt ITR-Vorstand Florian Zitzlsperger.

Zudem wird der Einsatz von Heizdecken verboten, wodurch die Fahrer ihre Reifen sowohl beim Start als auch nach dem Boxenstopp erst auf die optimale Temperatur bringen müssen. Champion Marco Wittmann freut sich über diese Neuerungen: „Die Boxenstopps mit Reifenwechsel in beiden Rennen bringen in Verbindung mit den neuen Reifen von Hankook und dem Verbot von Reifenheizdecken deutlich mehr taktische Möglichkeiten und werden hoffentlich für mehr Überholmanöver auf der Strecke sorgen. Für unsere Fans und für uns Fahrer bedeuten diese Änderungen ein deutliches Plus an Action auf der Strecke.“ Die Anzahl der Slick-Reifen ist pro Rennwochenende auf acht Sätze limitiert und mit dem neuen Rennformat wurden auch die Regeln für die Boxenstopps deutlich vereinfacht. In diesem Jahr gibt es keine Vorschrift mehr, wann die vier Reifen bei einem Stopp gewechselt werden müssen – der Boxenstopp kann nach der ersten und muss vor der letzten Rennrunde absolviert werden, was den Teams viele taktische Möglichkeiten eröffnet.

Teams bei den Boxenstopps deutlich mehr gefordert

Die Boxenstopps erhalten in der kommenden Saison einen höheren Stellenwert: Die Teams müssen die Reifenwechsel während der Rennen mit deutlich weniger Personal als bisher durchführen und dürfen dabei lediglich zwei Schlagschrauber einsetzen – je einer pro Fahrzeugseite. Pro Auto sind nur noch acht Mechaniker bei einem Boxenstopp zugelassen. Die Standzeit der Autos wird sich dadurch zwangsläufig verlängern und jeder einzelne Mechaniker bekommt zusätzliche Aufgaben und somit mehr Verantwortung als bisher.

Vier Stunden Tracktime für die DTM-Fahrzeuge

Die DTM-Boliden von Audi, BMW und Mercedes-AMG Motorsport sind nun noch länger auf der Strecke zu sehen: neben den beiden Rennen weiterhin in den Freien Trainings – jeweils über 30 Minuten am Freitag, am Samstag und am Sonntag – sowie in den beiden Qualifyings über je 20 Minuten. In Summe ergibt sich so eine Gesamtfahrzeit von vier Stunden am Rennwochenende.

Die DTM-Saison 2017 startet am Wochenende vom 5. bis 7. Mai traditionell auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg in die neue Saison.

März 28, 2017
von Erich Hirsch
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Mercedes: Teameinteilung für die DTM-Saison 2017, Neuzugang Mortara im Pink Panther

Maro Engel(c)Hirsch

Die Vorbereitung auf die neue DTM-Saison geht in diesen Wochen in ihre heiße Phase. Nach der Homologation des Mercedes-AMG C 63 DTM am 1. März stehen in der nächsten Woche in Hockenheim die letzten Testfahrten vor dem Saisonstart Anfang Mai auf dem Programm. Jetzt steht auch fest, in welcher Teamaufteilung die sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer in diesem Jahr an den Start gehen werden.

Team-Captain Gary Paffett und Robert Wickens treten für Mercedes-AMG Motorsport Mercedes me an. Mercedes me ist der digitale Zugang in die Welt von Mercedes-Benz. Das Portal bündelt innovative Services, Produkte und Lifestyle-Angebote, die auch über das Produkt ‚Auto‘ hinausgehen.

DTM-Rückkehrer Maro Engel (siehe Foto) fährt zusammen mit dem DTM-Champion von 2010, Paul Di Resta, für Mercedes-AMG Motorsport SILBERPFEIL Energy. Der österreichische Getränkehersteller SILBERPFEIL Energy ist bereits seit 2015 Partner des Teams.

Das dritte Fahrerduo bilden in der kommenden Saison Neuzugang Edoardo Mortara und Lucas Auer. Sie starten für Mercedes-AMG Motorsport BWT. BWT, Europas führendes Wassertechnologie-Unternehmen, schickt seit der Saison 2015 seine „Pink Panther“ in der DTM an den Start. 2016 gewann Lucas Auer im leuchtenden BWT Mercedes-AMG C 63 DTM auf dem Lausitzring als erster Österreicher ein DTM-Rennen.

„Bei der Teameinteilung ist auch immer ein bisschen Fingerspitzengefühl gefragt“, sagte Ulrich Fritz, Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef. „Wir arbeiten zwar als ein Team zusammen, der Austausch mit dem direkten Teamkollegen ist meist aber noch etwas intensiver. Zum Glück haben wir ein ausgeglichenes Fahrerteam, dessen Zusammenhalt und Teamgeist sich über die letzten Jahre hinweg prächtig entwickelt hat. Wir gehen jedenfalls mit drei starken Teams in die Saison, die alle in der Lage sein sollten, um den Teamtitel zu fahren.“

März 26, 2017
von Erich Hirsch
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Audi: Glamouröser Abend für Mike Rockenfeller in der Audi City Berlin

Moritz Baumann, Mike Rockenfeller, Stephan Fahr-Becker in der Audi City Berlin “RStaurant” 2017 (c)Audi

Audi-DTM-Pilot Mike Rockenfeller war VIP-Gast des ‚RStaurant‘ in der Audi City Berlin. Bei der alljährlichen Veranstaltung werden Kunden und Verkäufern die neuesten RS-Modelle vorgestellt.

Bei der Gelegenheit plauderte der DTM-Champion des Jahres 2013 über seine Erfahrungen als Rennfahrer, beantwortete Fragen und blickte auf seine bald beginnende Motorsportsaison voraus. Automobiler Star des Abends war das Audi RS 5 Coupé, enthüllt in einem leuchtenden Grün.

‚Rocky‘ ist die Farbe bestens von seinem DTM-Einsatzauto bekannt, dass seit 2012 – also auch in seinem Meisterschaftsjahr – im Look des Audi-Partners Schaeffler antritt. Den neuen Audi RS 5 DTM wird Rockenfeller erstmals bei den finalen Vorsaison-Testtagen der DTM vom 3. bis 6. April in Hockenheim pilotieren.

März 26, 2017
von Erich Hirsch
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Lucas Auer: „Traum vom Nachtrennen in Singapur lebt“

Lucas Auer,Mercedes (c)Mercedes

Gerhard Berger ist der neue starke Mann der DTM. Sein Neffe, Lucas Auer bestreitet im Mercedes-Cockpit seine dritte DTM-Saison. Im Interview verrät uns der Österreicher, welchen Wunsch er sich von Berger erhofft und was er zur Verpflichtung Bergers in der DTM sagt.

Luggi, jetzt wurde bekannt, dass dein Onkel den Vorsitz der ITR übernimmt und nun sozusagen Chef der DTM ist. Was war dein erster Gedanke?
Lucas Auer: Zuerst dachte ich: Stark da wird sich die Mama freuen, wenn der Onkel jetzt bei allen Rennen ist. Dann können sie sich noch öfter sehen und für die Telefonrechnung ist das dann ja auch gut! Natürlich habe ich mich gefreut, dass Gerhard sich jetzt in der DTM engagiert. Aber nicht weil er mein Onkel ist, sondern weil er einfach viel Ahnung im Motorsport hat.

Hat dein Onkel sich im Vorfeld auch mit dir über die DTM ausgetauscht, bevor er die Entscheidung getroffen hat?
Auer: Musste er gar nicht. Gerhard war ja unabhängig von mir oft bei der DTM vor Ort und hat auch so genug Informationen über die Serie, um sich ein Bild zu machen. Da braucht er mich als Ratgeber sicher nicht. Man muss das auch strikt trennen. Wenn er mich zu meiner Meinung fragen würde, dann den Rennfahrer Lucas Auer und nicht seinen Neffen.

Dann jetzt die Frage an den Rennfahrer Lucas Auer, was er sich von dem Vorsitzenden Gerhard Berger erhofft?
Auer: Ich finde, wir sind mit der DTM eh auf einem guten Weg, aber wir müssen daran arbeiten, die breite Öffentlichkeit noch mehr für unsere Serie zu begeistern. Und dann kann er gern schauen, ob er meinen Traum vom Nachtrennen in Singapur umsetzen kann. Das wäre stark.

März 23, 2017
von Erich Hirsch
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Audi: Weltmeister Ekström greift mit Audi wieder an

Sonntagssieger Mattias Ekström (c)Audi

Mattias Ekström geht 2017 erneut in einer Doppelfunktion an den Start: Nach beachtlichen Jahren in der DTM und zwei Titeln mit Audi will sich der Schwede nun auch im neuen, mehr als 500 PS starken Audi RS 5 DTM an die Spitze setzen. Und als amtierender Rallycross-Weltmeister hat er auch in dieser aufstrebenden Rennserie nur ein Ziel: den Titel in diesem Jahr erneut zu gewinnen. Los geht es am 1. und 2. April mit dem Saisonauftakt auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya unweit der spanischen Metropole. Dabei erfährt Ekström ab diesem Jahr auch Unterstützung von der Audi-Motorsportabteilung.

Mattias Ekström sammelt in diesen Tagen mehr Flugmeilen als so mancher Topmanager. Der 38-Jährige eilt im Rahmen der Saisonvorbereitung von einem Termin zum nächsten: Auf das Fitnesscamp mit seinem Team EKS im verschneiten Schweden folgten Testfahren im Audi S1 EKS RX quattro mit 560 PS starkem Turbomotor in Mettet. Direkt anschließend ging es für ihn als einen der Hauptakteure beim DTM-Test wiederum ins italienische Vallelunga. Nicht zu vergessen die zahlreichen Termine mit Sponsoren, Zulieferern und anderen Partnern, die er als Teamchef europaweit wahrnimmt, damit 2017 eine schlagkräftige Mannschaft in konkurrenzfähigen Autos bei der WM an den Start geht. „Die Saisonvorbereitung ist für mich immer besonders stressig, weil ich als Fahrer und als Teamchef gefordert bin“, sagt Ekström. „Hier entscheidet sich, wie das gesamte Rennjahr verläuft. Nur wer seine Hausaufgaben richtig macht, gewinnt am Ende.“

Ekström weiß, wovon er spricht. Mit dem Weltmeistertitel in der Rallycross-WM 2016 hat er einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er einer der universellsten Rennfahrer ist. In den vergangenen 16 Jahren hat er insgesamt 177 DTM-Rennen für das Audi Sport Team Abt Sportsline bestritten und dabei 22 Siege und zwei Titel gefeiert (2004, 2007). Damit ist Ekström der erfolgreichste Audi-DTM-Pilot in der Geschichte. Darüber hinaus triumphierte er in seiner Karriere viermal beim Race of Champions – einmal in der Teamwertung mit Tom Kristensen (2005), dreimal in der Einzelwertung (2006, 2007, 2009). Dabei besiegte er unter anderem den siebenmaligen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher. Daneben fuhr er unter anderem in der Rallye-Weltmeisterschaft, in der NASCAR und feierte 2011 den Gesamtsieg beim weltweit prestigeträchtigsten GT3-Langstreckenrennen: den 24 Stunden von Spa.

Ekström ist mehr als nur Rennfahrer – seit 2014 ist er auch Teamchef. Eine Doppelrolle, die er sich speziell im Rallycross lange nicht vorstellen konnte. „Als ich ein kleiner Junge war, fuhr mein Vater Rallycross, doch ich konnte mich lange nicht für den Sport begeistern. Rallycross war mir immer zu dreckig“, erzählt Ekström. Bei einem Gaststart in der Rallycross-EM 2013 im schwedischen Höljes änderte er seine Einstellung. „Ich bin Zweiter geworden und war begeistert von der Atmosphäre. Auf dem Heimweg habe ich beschlossen, wiederzukommen und zu gewinnen.“ Mit Freunden, Partnern und langjährigen Weggefährten begann er, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Was folgte, war ein langer Weg, mit viel Leidenschaft und Entbehrungen hin zu einer Erfolgs­geschichte, die sich fast wie ein Märchen liest: Am 14. Juni 2014 geht Ekström mit dem Audi S1 EKS RX quattro zum ersten Mal bei einem WM-Lauf an den Start. Und nur drei Wochen später steht er beim Heimspiel in Höljes tatsächlich bereits ganz oben auf dem Siegerpodest. 857 Tage nach der Premiere krönt er sich schließlich vorzeitig zum Weltmeister. „Was mein Team und ich in dieser Zeit aufgebaut haben, ist unglaublich“, so Ekström. Mittlerweile gehören zu seinem Team rund 25 Mitarbeiter – darunter Mechaniker, Renningenieure, ein Medienteam und der Koch Jonas Landmark, der auch schon für den schwedischen König im Einsatz war. „Ich habe alle Teammitglieder persönlich ausgesucht“, sagt Teamchef Ekström. „Das ist mir sehr wichtig. Alle sind Experten auf ihrem Gebiet und zugleich Freunde. Sie denken wie ich und wissen, wie man gemeinsam Erfolge feiert: mit Leidenschaft, Einsatz und vor allem Spaß.“

Dank der werkseitigen Unterstützung der AUDI AG wird das Projekt EKS auch in diesem Jahr fortgesetzt. „Uns ist klar, dass es für EKS immer schwieriger wird, gegen die Werksteams von Ford, Peugeot und Volkswagen sowie die weitere Konkurrenz zu bestehen, daher haben wir uns für ein verstärktes Engagement in der Rallycross-WM entschieden“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. In der Saison 2017 geht EKS erstmals mit drei Audi S1 EKS RX quattro an den Start. „Zusammen mit Audi Sport haben wir hart dafür gearbeitet, drei Autos ins Rennen zu schicken. Ich freue mich sehr, dass es klappt“, sagt Ekström, der zusammen mit dem Finnen Toomas Heikkinen und Neuzugang Reinis Nitišs aus Lettland das Fahrer-Trio bildet. Ein Auto mehr bedeutet für Ekström aber auch mehr Arbeit – eine Herausforderung, die er voller Elan angeht.

März 22, 2017
von Erich Hirsch
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DTM: Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger beerbt Hans Werner Aufrecht

Gerhard_Berger_rechts(c)EHirsch

Die ITR stellt sich für die Zukunft neu auf: Der ehemalige Formel-1-Grand Prix-Sieger, BMW-Motorsportdirektor und F1-Team-Mitbesitzer Gerhard Berger (rechts im Bild) ist gestern als 1. Vorsitzender der Internationalen Tourenwagen Rennen e.V. (ITR) bestätigt worden. Er übernimmt das Amt von DTM-Gründer Hans Werner Aufrecht, der über 30 Jahre an der Spitze der Rennserie war. Um die DTM erfolgreich weiterzuentwickeln, wird er mit dem Vorstand und Beirat der DTM die strategischen Weichen für die Zukunft der populärsten Tourenwagenrennserie der Welt erarbeiten.

Gerhard Berger freut sich auf seine neue Führungsrolle: „Ich habe meine Rennsportkarriere im Tourenwagen begonnen und habe die DTM immer mit großem Interesse verfolgt. Die DTM ist ein erstklassiges Produkt mit einem leistungsstarken, selbstbestimmten Reglement, mit starken Herstellern, Top-Sponsoren, wichtigen internationalen Partnerschaften und vielen Fans. Ich sehe dies als gute Ausgangsbasis mit großem Potenzial für die Zukunft. Als erstes werde ich mir in den nächsten Wochen mit meinen Kollegen einen tieferen Einblick in die Details verschaffen. Aufbauend auf der starken Basis werden wir dann eine gemeinsame Strategie für die Zukunft erarbeiten. Wichtig sind mir vor allem der Ausbau unserer internationalen Partnerschaften auch mit neuen Herstellern, spektakuläre Rennfahrzeuge, die auch den Fahrern Respekt einflößen und ein Format, das Sport und Unterhaltung gleichermaßen bietet.“

BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt zur Ernennung Bergers als neuen starken Mann in der DTM: „Die DTM wurde durch die gute Arbeit in der Vergangenheit zu einem starken Produkt, das seinen festen Platz im internationalen Motorsport einnimmt. Nun ist es an der Zeit, weitere Potenziale zu erschließen. Dabei nimmt Gerhard Berger mit all seiner Erfahrung – sowohl als Rennfahrer als auch als Manager – und mit seinem Netzwerk eine wichtige Rolle ein. Wir sind überzeugt, dass die Serie damit weiteren Auftrieb erhält.“

Mercedes-Boß Toto Wolff über seinen Landsmann Berger: „Ich bin mir sicher, dass die DTM mit Gerhard genau den richtigen Mann gefunden hat, um das Zepter von Hans Werner Aufrecht zu übernehmen. Es gibt nicht viele, die über so viel Motorsport-Kenntnis in den unterschiedlichsten Funktionen verfügen. Und das er eine Serie weiterentwickeln und stärken kann, hat er mit der Formel 3 bewiesen. Was Hans Werner Aufrecht in den letzten drei Jahrzehnten für die DTM getan hat, ist eigentlich nicht in Worte zu fassen. Ohne ihn wäre die DTM sicher nicht das, was sie heute ist. Dafür werden wir ihm immer dankbar sein.“

Als erfolgreicher und langjähriger Rennfahrer in der Formel 1 absolvierte Gerhard Berger unter anderem für Benetton BMW, die Scuderia Ferrari und Honda McLaren zwischen 1984 und 1997 insgesamt 210 Grand-Prix-Einsätze und wurde zehnfacher Grand Prix Sieger. Nach seinem Rücktritt als Formel 1-Fahrer folgten Stationen als Motosportdirektor bei BMW Williams (1998 bis 2003), als Mitbesitzer von Toro Rosso (2006 bis 2008) und als Präsident der FIA-Einsitzer-Kommission (2012 bis 2014). Gleichzeitig trieb Berger auch seine Karriere als Unternehmer abseits des Motorsports voran: so ist er Eigentümer einer Firmengruppe in Tirol mit Unternehmensbeteiligungen insbesondere im Fahrzeugbau und Logistikbereich. Dem Motorsport blieb er über all die Jahre stets eng verbunden.

Florian Zitzlsberger (c)DTM

Florian Zitzlsperger übernimmt als 2. Vorsitzender und CEO der ITR GmbH die operative Leitung der DTM. Er sagt: „Wir sind froh, einen so erfahrenen Mann wie Gerhard Berger an der Spitze zu haben. Aufgrund seiner großen Erfahrungen im Motorsport und als Unternehmer ist er der ideale Nachfolger von Hans Werner Aufrecht, der für die geplante Weiterentwicklung die besten Voraussetzungen geschaffen hat. Ohne Hans Werner Aufrecht würde es keine DTM geben. Für seine leidenschaftliche und erfolgreiche Arbeit gebührt ihm unsere größte Anerkennung, unser Respekt und unser Dank.“

Als ‚Vater der DTM‘ ist Hans Werner Aufrecht untrennbar mit der DTM verbunden, er hat die populäre Tourenwagenserie maßgeblich geprägt und ihr einen führenden Platz in der internationalen Motorsportwelt beschert. Hans Werner Aufrecht erklärt: „Ich bin stolz auf das, was meine Kollegen und ich in den vergangenen drei Jahrzehnten erlebt und erreicht haben. Nun ist aber der Zeitpunkt gekommen, diese einzigartige Rennserie zu übergeben.“

Neben Hans Werner Aufrecht scheiden auch Hans-Jürgen Abt und Walter Mertes aus dem Vorstand der ITR e.V. aus. Beide bleiben jedoch eng mit der DTM verbunden – Hans-Jürgen Abt wie bisher in seiner Rolle als Teamchef des Audi Sport Teams Abt Sportsline und Walter Mertes als Partner für die Sponsoren-Vermarktung der Serie. Zusätzlich bleibt Mertes auch als Geschäftsführer der ITR-Tochterfirma „F3 GmbH“ für die Vermarktung der FIA F3 Europameisterschaft verantwortlich, welche als erfolgreichste Nachwuchskategorie für DTM- und Formel 1-Nachwuchspiloten gilt.

Der Wechsel an der DTM-Spitze ist Teil einer umfassenden Weiterentwicklung der Tourenwagenserie, die schrittweise ab diesem Jahr realisiert werden soll. Die bedeutendsten Änderungen am technischen Reglement wurden kürzlich vorgestellt und bauen vor allem auf mehr Leistung, weniger Abtrieb und weicheren Reifen auf. Änderungen am sportlichen Reglement werden in den kommenden Tagen veröffentlicht.

März 18, 2017
von Erich Hirsch
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Audi: Rennstrecken-Premiere des neuen Audi RS 5 DTM

Audi RS5 DTM (c)Audi

Nur eine Woche nach der Weltpremiere in Genf absolvierte der neue Audi RS 5 DTM auf der italienischen Rennstrecke von Vallelunga seine ersten öffentliche Testrunden.

Dabei sorgte nicht nur das rot-schwarze Playboy-Design für Aufsehen, mit dem Youngster Nico Müller in der DTM 2017 an den Start gehen wird. In Italien zeigte Audi auch erstmals die homologierte Karosserie des RS 5 DTM der dritten Generation, die gegenüber der in Genf gezeigten Variante zusätzliche innovative Detaillösungen aufweist.

„Uns war es wichtig, bei diesem letzten Entwicklungstest vor Saisonstart mit dem finalen Auto zu fahren und die wenigen Testtage, die uns in der DTM zur Verfügung stehen, so optimal wie möglich zu nutzen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Deshalb sind wir sehr froh, dass wir in Vallelunga perfekte äußere Bedingungen vorgefunden haben und drei Tage lang ohne nennenswerte Probleme fahren konnten.“

Die Jungfernfahrt am Dienstag übernahm Mattias Ekström, mit 22 Siegen und zwei Meistertiteln erfolgreichster Audi-DTM-Pilot aller Zeiten. Dabei spulte der Schwede nicht weniger als 760 Kilometer ab. „Eine stolze Zahl für ein neues Auto“, sagte Ekström. „Wir haben sehr viel ausprobiert: kurze Stints, Long-Runs, Qualifying-Simulationen und viele verschiedene Abstimmungsvarianten. Die neuen DTM-Autos sind fahrerisch definitiv anspruchsvoller. Und für die weicheren Reifen und die veränderte Aerodynamik einen perfekten Kompromiss bei der Abstimmung zu finden, ist eine große Herausforderung. Es wird definitiv spannend!“

Am Mittwoch übernahm Jamie Green das Cockpit. Der Brite kam mit 682 Kilometern auf eine ähnlich stolze Distanz wie Ekström am Tag zuvor. „Ich war schon lange nicht mehr in Vallelunga und musste die Strecke erst neu kennenlernen“, sagte Green. „Trotzdem konnten wir unser komplettes Programm durchziehen – es war ein produktiver Tag.“

Den dritten und abschließenden Testtag absolvierte Mattias Ekström. Nach insgesamt 2.121 Testkilometern mit dem neuen Audi RS 5 DTM fiebern die Audi-Piloten dem Saisonauftakt am 6./7. Mai in Hockenheim nun noch mehr entgegen. Vor dem Saisonstart findet in Hockenheim vom 3. bis 6. April noch ein abschließender DTM-Test statt.

März 18, 2017
von Erich Hirsch
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Mammut-Testprogramm für den neuen Mercedes-AMG C 63 DTM in Vallelunga

Mercedes-AMG Motorsport DTM Team, Tests, Vallelunga, Gary Paffett ; Mercedes-AMG Motorsport DTM Team, Tests, Vallelunga, Gary Paffett; (c)Mercedes

Die Vorbereitungen auf die neue DTM-Saison laufen auf Hochtouren. In dieser Woche (14.-16. März) absolvierte das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team im italienischen Vallelunga den zweiten von drei Tests vor dem Saisonauftakt in Hockenheim. Dabei kamen Robert Wickens, Gary Paffett und Edoardo Mortara zum Einsatz. Gemeinsam spulten die drei DTM-Rennsieger 518 Runden respektive 2.116 km auf dem Autodromo Vallelunga ab.

Robert Wickens eröffnete die Testwoche am Dienstag. „Das war ein schönes Geburtstagsgeschenk“, sagte der Kanadier, der am Montag, 13. März seinen 28. Geburtstag feierte. Mit 140 absolvierten Runden machte er sich selbst das schönste Geschenk und sammelte wertvolle Informationen und Daten für die anstehende Saison. „Wir haben uns auf unser Programm konzentriert und können damit zufrieden sein. Wir haben alle Punkte auf unserer Checkliste abgehakt.“

Mercedes-AMG Motorsport DTM Team, Tests, Vallelunga, Robert Wickens ; Mercedes-AMG Motorsport DTM Team, Tests, Vallelunga, Robert Wickens;(c)Mercedes

Team-Captain Gary Paffett setzte Roberts Arbeit am Mittwoch mit einem weiteren produktiven Testtag fort. Dabei musste er sich zunächst mit der 4,085 km langen Rennstrecke vertraut machen, auf der er zuvor noch nie gefahren ist. „Die Strecke gefällt mir und ich kam schnell in Fahrt“, sagte Gary, der einen wahren Mammut-Testtag absolvierte. „Wir sind über 200 Runden gefahren – das ist unglaublich. Es war harte Arbeit, aber wir haben wertvolle Daten gesammelt.“ Auf dem Programm standen sowohl längere als auch kürzere Runs. Dabei lag das Hauptaugenmerk vor allem darauf, die neuen Reifen verstehen zu lernen. „Es war ein richtig guter Tag“, bilanzierte Gary.

Am Donnerstag schloss Neuzugang Edoardo Mortara die Testwoche in Italien ab. „Wir sind heute viele Runden gefahren und haben viele Dinge ausprobiert“, sagte der Italiener, der in der Anfangszeit seiner Karriere schon einmal in Vallelunga gefahren ist. „Jetzt müssen wir die Daten aus Portimao und Vallelunga analysieren, damit wir für den letzten Test in Hockenheim bestmöglich vorbereitet sind. Der Test hier war sehr hilfreich und ich glaube, dass wir einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben.“

Nach den ersten beiden Testfahrten des Jahres in Portimao und Vallelunga kann das Team auf die Daten von mehr als 4.218 Testkilometern zurückgreifen. „Hinter dem Team liegen einige sehr anstrengende Wochen und Monate“, sagte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz. „Die harte Arbeit hat sich aber bislang in zwei erfolgreichen Testwochen mit vielen gesammelten Kilometern und Daten ausgezahlt. Damit ist die Arbeit allerdings noch lange nicht getan. Jetzt gilt es, diese Informationen, vor allem mit Blick auf die neue Reifengeneration, auszuwerten und bis zum finalen Test in Hockenheim die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.“

Für das Team geht die Saisonvorbereitung nun in der Fabrik in Affalterbach weiter. Während am Feinschliff für den letzten Test in Hockenheim (3. bis 6. April) gearbeitet wird, laufen bereits die Vorbereitungen auf den Saisonstart (5. bis 7. Mai) auf dem Hockenheimring, bis zu dem sechs Autos plus Ersatzteile fertiggestellt werden müssen.

März 17, 2017
von Erich Hirsch
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DTM 2017: Mehr Leistung und weniger Abtrieb fordern die Fahrer

 Um das Können der Fahrer noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken, wurde das technische Reglement der DTM für die Saison 2017 in entscheidenden Bereichen überarbeitet. So wurde die Motorleistung der neuen Fahrzeuge erhöht und zugleich die Aerodynamik beschnitten. Die DTM-Fahrzeuge der neuesten Generation sind anspruchsvoller zu fahren, die Piloten sind noch mehr gefordert. Die Technik der 2017er-Autos unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten zu den Vorjahresmodellen: Der Motor Die 4-Liter-V8-Motoren von Audi, BMW und Mercedes-AMG verfügen 2017 über mehr als 500 PS. Dabei resultiert die gesteigerte Motorleistung vor allem aus den vergrößerten Luftmengenbegrenzern im Ansaugtrakt. Diese sogenannten Air-Restrictoren, von denen es je einen pro Zylinderbank gibt, wurden von 28 auf 29 Millimeter erweitert. Zudem wurden spezielle Bereiche im Ansaugsystem der Motoren zur Weiterentwicklung freigegeben, um die Leistung weiter zu optimieren. Dennoch sind die DTM-Motoren unverändert auf Langlebigkeit ausgelegt. Motorschäden sind in der DTM so gut wie nie zu verzeichnen, in der Regel hält ein Triebwerk eine komplette Saison lang. Kostenintensive Motor-Revisionen sind in der DTM nicht zugelassen, da die verplombten Motoren gemäß Reglement während der Saison lediglich Inspektionen unterzogen werden dürfen. Die Aerodynamik Die Vorgaben des neuen Technischen Reglements umfassen eine Reduzierung der Aerodynamik, um den Anpressdruck der Fahrzeuge zu verringern. Dazu wurde die Geometrie von Frontsplitter, Unterboden und Heckdiffusor verändert, sowie die Bodenfreiheit erhöht. Eine große, auch optisch erkennbare Veränderung betrifft den Heckflügel und das damit verbundene DRS (Drag Reduction System). Dieses System erlaubt es dem Fahrer, kurzzeitig den Luftwiderstand seines Fahrzeugs zu verringern und eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen. Dies hat in der Vergangenheit für viele Zweikämpfe und Überholmanöver gesorgt. Im Gegensatz zu den letztjährigen Heckflügeln, die auf Knopfdruck im Ganzen abgeklappt werden konnten, wird 2017 nur der sogenannte Gurney-Flap, die obere von zwei Lamellen des Spoilers, flachgestellt, was den Wirkungsgrad des DRS-Systems nochmals erhöht. Die Reifen In Verbindung mit den neuen Hankook-Reifen, die kurzzeitig mehr Haftung bieten, über die Zeit jedoch einen größeren Haftungsverlust aufweisen, ergibt sich in Summe ein Fahrverhalten der neuen DTM-Boliden, bei dem der Fahrer deutlich mehr gefordert ist als bisher. Zusätzliche Einheitskomponenten Die diesjährigen Karosserieformen der Renntourenwagen von Audi, BMW und Mercedes-AMG Motorsport entsprechen den aktuellsten Fahrzeuggenerationen ihrer Serien-Pendants. Um die Bereiche mit für den Hersteller erlaubter kostenintensiver Hightech-Entwicklung zu begrenzen, wurden für das neue Reglement deutlich mehr Bereiche als bisher mit gemeinsam entwickelten Einheitskomponenten ausgestattet. Deren Entwicklung wird durch die Dachorganisation ITR in enger Abstimmung mit den Ingenieuren der Hersteller gesteuert. Für 2017 wurde die Palette der Einheitsbauteile unter anderem im Bereich des Fahrwerks erweitert. Seine Premiere feiert zudem das DTM-Einheitsrad: Alle 18 Fahrzeuge stehen und rollen ab diesem Jahr auf Felgen von ATS. Bislang war den Herstellern die Wahl der Felgen freigestellt. Vorfreude bei den Fahrern Die DTM-Piloten zeigten sich nach den ersten Tests 2017 mit ihren neuen Arbeitsgeräten höchst zufrieden. „Die Veränderungen am Fahrzeug sind deutlich spürbar – besonders die Kombination aus weniger Aero, mehr Leistung und den neuen Reifen. Das geht für mich absolut in die richtige Richtung und ich glaube, wir werden dieses Jahr viel Spaß haben“, sagt Mattias Ekström, der Dienstälteste DTM-Pilot stellvertretend für alle Fahrer.

Um das Können der Fahrer noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken, wurde das technische Reglement der DTM für die Saison 2017 in entscheidenden Bereichen überarbeitet. So wurde die Motorleistung der neuen Fahrzeuge erhöht und zugleich die Aerodynamik beschnitten. Die DTM-Fahrzeuge der neuesten Generation sind anspruchsvoller zu fahren, die Piloten sind noch mehr gefordert.

Die Technik der 2017er-Autos unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten zu den Vorjahresmodellen:

Der Motor
Die 4-Liter-V8-Motoren von Audi, BMW und Mercedes-AMG verfügen 2017 über mehr als 500 PS. Dabei resultiert die gesteigerte Motorleistung vor allem aus den vergrößerten Luftmengenbegrenzern im Ansaugtrakt. Diese sogenannten Air-Restrictoren, von denen es je einen pro Zylinderbank gibt, wurden von 28 auf 29 Millimeter erweitert. Zudem wurden spezielle Bereiche im Ansaugsystem der Motoren zur Weiterentwicklung freigegeben, um die Leistung weiter zu optimieren. Dennoch sind die DTM-Motoren unverändert auf Langlebigkeit ausgelegt. Motorschäden sind in der DTM so gut wie nie zu verzeichnen, in der Regel hält ein Triebwerk eine komplette Saison lang. Kostenintensive Motor-Revisionen sind in der DTM nicht zugelassen, da die verplombten Motoren gemäß Reglement während der Saison lediglich Inspektionen unterzogen werden dürfen.

Die Aerodynamik
Die Vorgaben des neuen Technischen Reglements umfassen eine Reduzierung der Aerodynamik, um den Anpressdruck der Fahrzeuge zu verringern. Dazu wurde die Geometrie von Frontsplitter, Unterboden und Heckdiffusor verändert, sowie die Bodenfreiheit erhöht.

Eine große, auch optisch erkennbare Veränderung betrifft den Heckflügel und das damit verbundene DRS (Drag Reduction System). Dieses System erlaubt es dem Fahrer, kurzzeitig den Luftwiderstand seines Fahrzeugs zu verringern und eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen. Dies hat in der Vergangenheit für viele Zweikämpfe und Überholmanöver gesorgt. Im Gegensatz zu den letztjährigen Heckflügeln, die auf Knopfdruck im Ganzen abgeklappt werden konnten, wird 2017 nur der sogenannte Gurney-Flap, die obere von zwei Lamellen des Spoilers, flachgestellt, was den Wirkungsgrad des DRS-Systems nochmals erhöht.

Die Reifen
In Verbindung mit den neuen Hankook-Reifen, die kurzzeitig mehr Haftung bieten, über die Zeit jedoch einen größeren Haftungsverlust aufweisen, ergibt sich in Summe ein Fahrverhalten der neuen DTM-Boliden, bei dem der Fahrer deutlich mehr gefordert ist als bisher.

Zusätzliche Einheitskomponenten
Die diesjährigen Karosserieformen der Renntourenwagen von Audi, BMW und Mercedes-AMG Motorsport entsprechen den aktuellsten Fahrzeuggenerationen ihrer Serien-Pendants. Um die Bereiche mit für den Hersteller erlaubter kostenintensiver Hightech-Entwicklung zu begrenzen, wurden für das neue Reglement deutlich mehr Bereiche als bisher mit gemeinsam entwickelten Einheitskomponenten ausgestattet. Deren Entwicklung wird durch die Dachorganisation ITR in enger Abstimmung mit den Ingenieuren der Hersteller gesteuert. Für 2017 wurde die Palette der Einheitsbauteile unter anderem im Bereich des Fahrwerks erweitert. Seine Premiere feiert zudem das DTM-Einheitsrad: Alle 18 Fahrzeuge stehen und rollen ab diesem Jahr auf Felgen von ATS. Bislang war den Herstellern die Wahl der Felgen freigestellt.

Vorfreude bei den Fahrern
Die DTM-Piloten zeigten sich nach den ersten Tests 2017 mit ihren neuen Arbeitsgeräten höchst zufrieden. „Die Veränderungen am Fahrzeug sind deutlich spürbar – besonders die Kombination aus weniger Aero, mehr Leistung und den neuen Reifen. Das geht für mich absolut in die richtige Richtung und ich glaube, wir werden dieses Jahr viel Spaß haben“, sagt Mattias Ekström, der Dienstälteste DTM-Pilot stellvertretend für alle Fahrer.

März 15, 2017
von Erich Hirsch
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Gary Paffett: „Die Reifen sind die größte Herausforderung“

Motorsports: DTM race Spielberg, Gary Paffett,Mercedes (c)Mercedes

Der DTM-Tross testet derzeit in Vallelunga nahe Rom für die neue Saison. Im Mercedes-Team darf erneut Speerspitze Gary Paffett ran, der beim ersten Testlauf in Portimao ebenfalls ausrückte. Im Interview verrät Gary, wie er sich auf die neue Teststrecke vorbereitet hat, welcher Fokus für das Mercedes-Team bei den Testfahrten liegt und was einen guten ‚Reifenflüsterer‘ ausmacht.

Gary, du fährst zum ersten Mal in Vallelunga. Wie bereitest du dich auf eine neue Strecke vor?
Gary Paffett: „Ich bin schon so lange dabei, da passiert es selten, dass ich an eine neue Strecke komme. Ich musste also schon längere Zeit keinen Streckenverlauf mehr lernen. Ich habe mich ein bisschen mit einem Computerspiel vorbereitet. Diesen Luxus gab es in meiner Anfangszeit nicht. Deshalb ist es jetzt viel einfacher, neue Strecken zu lernen. Als ich hier angekommen bin, bin ich die Strecke auch mit den Ingenieuren abgelaufen. Außerdem ist Robert schon am Tag vor mir gefahren, sodass ich mir die Daten ansehen konnte. Um unsere Zeit bei den Testfahrten bestmöglich auszunutzen, ist es wichtig, so schnell wie möglich am Limit zu fahren. Aus diesem Grund habe ich mich ganz genau auf die Strecke vorbereitet.“

Die Homologation des neuen Mercedes-AMG C 63 DTM ist abgeschlossen. Worauf liegt dann der Hauptfokus des Teams hier in Vallelunga?
Paffett: „Wir fahren hier noch nicht mit dem finalen Auto für den Saisonauftakt in Hockenheim. Wie die meisten Teams befinden wir uns noch in einer Interimsphase. Die Hauptaufgabe derzeit ist es, die Reifen und die mechanischen Teile zu verstehen.

Du hast es angesprochen: Hankook bringt 2017 eine neue Reifengeneration, die eine knifflige Herausforderung für die Fahrer darstellt. Was macht einen guten „Reifenflüsterer“ aus?
Paffett: „Wir haben uns seit einiger Zeit weichere Reifen gewünscht, da dies die Performance auf der ersten Runde und im Qualifying verbessert. Gleichzeitig lässt sich das Auto dann schöner fahren. Zudem bauen die Reifen schneller ab, was zu größeren Geschwindigkeitsunterschieden während des Rennens führen sollte. Dadurch gibt es hoffentlich mehr Zweikämpfe und Überholmanöver. Das wollen die Fans doch sehen. Für den Fahrer bedeutet das eine etwas andere Fahrweise. Es gibt ein wenig mehr Grip, aber man muss aufpassen, wie man damit umgeht. Wenn man zu sehr angreift, bauen die Reifen zu stark ab und man hat am Ende nicht mehr so viel Potential übrig. Man muss genau auf die Reifen achten und fühlen, wann sie anfangen, abzubauen. Wenn man im Auto sitzt, hat man nicht die genauen Daten wie die Reifentemperatur live vorliegen. Man muss versuchen, das zu erfühlen. Deshalb sind die Testfahrten so wichtig. Mit jedem Long Run lernen wir mehr über das Verhalten der Reifen. Die größte Herausforderung in diesem Jahr wird es sein, die Reifen zu verstehen und im Rennen das Beste aus ihnen herauszuholen.