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… das Blog über die DTM 2016

Februar 24, 2017
von Erich Hirsch
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Mercedes-Chef Ulrich Fritz zufrieden mit Portimao-Test

Mercedes AMG C63 DTM (c)Mercedes

Am 1. März werden die DTM-Autos für die Saison 2017 homologiert. Zuvor stand für das Mercedes-AMG DTM-Team in dieser Woche (21. bis 23. Februar) der erste Test des neuen Jahres auf dem Programm, der zugleich die letzte Testmöglichkeit vor dem Ende der Homologations-Frist markierte. Sprich: Es gab viel zu testen für die erfahrenen DTM-Piloten und Rennsieger Gary Paffett, Paul Di Resta und Edoardo Mortara, die für jeweils einen Tag im Cockpit des Mercedes-AMG C 63 DTM Platz nahmen.

Den Auftakt übernahm am Dienstag Team-Captain Gary Paffett. „Es war schön, nach der Winterpause wieder im Auto zu sitzen“, sagte Gary, der mit seinem ersten Testtag in diesem Jahr zufrieden war. „Wir sind viele Kilometer gefahren und haben jede Menge Daten auf kürzeren sowie längeren Runs gesammelt. Außerdem haben wir uns die Reifen angesehen und einige Dinge am Setup ausprobiert. Es war ein guter erster Tag, aber es gibt noch viel zu tun.“

Paffett legte insgesamt 159 Runden auf dem Autódromo Internacional do Algarve zurück. Am Mittwoch übernahm sein Teamkollege Paul Di Resta das Steuer des Mercedes-AMG C 63 DTM. „Es hat Spaß gemacht, ein Gefühl für die neue DTM-Generation zu erhalten“, sagte Paul, der im Verlauf des Tages 143 Runden absolvierte. „Es ist hart, aber ich habe einen guten Eindruck erhalten. Die Homologations-Frist rückt immer näher, entsprechend viel gab es für uns in dieser Woche zu tun. Hoffentlich haben wir ein großartiges Paket für die Saison und können damit um die Meisterschaft kämpfen.“

Am letzten Testtag schloss Neuzugang Edoardo Mortara die Testarbeit ab. Für den Italiener war es der zweite Test im Mercedes-AMG C 63 DTM nach seinem Debüt im Dezember in Jerez de la Frontera. „Es ist immer ein schönes Gefühl, das erste Mal im neuen Jahr ins Auto zu steigen“, sagte Edoardo, der 146 Runden zurücklegte. „Es gab viel Setuparbeit zu erledigen und ich habe gut mit den Ingenieuren und meinen Teamkollegen zusammengearbeitet. Wir helfen einander und sind alle voll motiviert. Wir ziehen an einem Strang und ich hoffe, dass wir dieses Jahr erfolgreich sein können.“

An den drei Testtagen legten die drei Mercedes-AMG DTM-Fahrer zusammen 448 Runden auf dem portugiesischen Kurs zurück. Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz zeigte sich mit dem Verlauf der Testwoche zufrieden. „Angesichts der nahenden Homologations-Deadline war es bei diesem Test unser Ziel, so viele Kilometer wie möglich zurückzulegen und noch einmal neue Dinge auszuprobieren“, sagte er. „Mit jeweils mehr als 140 Runden pro Tag ist uns das an allen drei Tagen gelungen. Jetzt gilt es, aus den gesammelten Erkenntnissen und Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen.“

Trotz der baldigen Homologations-Deadline am 1. März steht die Arbeit für das Team keineswegs still. Ganz im Gegenteil: Die Saisonvorbereitung und die Arbeiten in der Fabrik in Affalterbach laufen zu diesem Zeitpunkt des Jahres auf Hochtouren. Und auch die nächsten Testfahrten stehen schon bald ins Haus: Vom 13. bis 16. März testet die DTM im italienischen Vallelunga. Der letzte Test vor dem Saisonbeginn findet danach vom 03. bis 06. April in Hockenheim statt.

Februar 24, 2017
von Erich Hirsch
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Audi: Letzter DTM-Test vor Weltpremiere in Genf

Audi RS 5 DTM (c)Audi

Audi hat sich bei einem dreitägigen Test auf der portugiesischen Rennstrecke von Portimão auf die neue DTM-Saison vorbereitet und dabei insgesamt 1.971 Kilometer absolviert. Es war der letzte Test mit einem Interimsauto vor der Weltpremiere des neuen Audi RS 5 DTM, der am 7. März auf dem Automobilsalon in Genf präsentiert wird – erstmals zeitgleich mit dem neuen Serienmodell.

Für die DTM-Mannschaft von Audi sind die Tage derzeit besonders intensiv. Noch bis kommenden Dienstag kann an der Aerodynamik und der Technik des neuen Audi RS 5 DTM gefeilt werden. Am 1. März muss dann die finale Auslegung bei der Motorsportbehörde eingereicht werden. Danach sind keine Veränderungen mehr möglich.

Vieles ist neu in der DTM 2017: mehr Motorleistung, weniger Abtrieb, ein effizienteres Drag Reduction System (DRS) und weichere Reifen, die auch nicht mehr vorgeheizt werden dürfen. All das soll dazu führen, die DTM-Rennen für die Zuschauer noch spannender und abwechslungsreicher zu gestalten.

„Die Testfahrten in Portimão haben bestätigt, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass, der sich vor Ort selbst vom aktuellsten Stand der Dinge überzeugte. „Die Autos klingen kerniger und sind schneller. Ich finde, das sieht man auch auf der Strecke. Der größte Schritt sind aber die weicheren Reifen: Je nachdem, wie man sie nutzt, können die Unterschiede in der Rundenzeit ganz erheblich sein. Es gibt viele verschiedene strategische Optionen – das wird es sehr interessant machen. Auch der Fahrer wird eine größere Rolle spielen als bisher.“

Entsprechend wichtig waren die Eindrücke und Daten, die Mattias Ekström, Loïc Duval, René Rast und Jamie Green an den drei Testtagen in Portimão für Audi sammelten. Die Routiniers Ekström (177 DTM-Rennen) und Green (139 Starts) leisteten im Winter für Audi die meiste Testarbeit für die Saison 2017. Für die beiden DTM-Neulinge Duval und Rast ging es in Portimão darum, eine der wenigen Testgelegenheiten vor dem Saisonstart am 6./7. Mai in Hockenheim optimal zu nutzen.

„Das hat gut geklappt“, sagt Le-Mans-Sieger und Langstrecken-Weltmeister Loïc Duval. „Es war für mich ein produktiver Tag, an dem wir unser komplettes Programm durchgezogen haben: Qualifying, Renndistanz, sogar eine Startübung. Ich konnte auch erstmals mit meinem neuen Ingenieur Mathieu Le Nail arbeiten. Das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Ingenieur ist in der DTM bekanntlich sehr wichtig.“

Duval teilte sich den Mittwoch mit René Rast, der sich von der 2017er-Technik beeindruckt zeigt: „Das Fahrverhalten ist ganz anders. Das hat irre viel Spaß gemacht. Es wird interessant zu sehen, welcher Hersteller in diesem Jahr den besten Job macht.“

„Die neuen Reifen sind viel weicher und lassen schnell nach“, sagt Mattias Ekström, der am Dienstag fuhr. „Wir haben eine Menge Gummi verbrannt. Rund um die Strecke sah es schon nach einem Tag wild aus. Ich bin schon gespannt darauf, wenn in Hockenheim das erste Mal 18 Autos gleichzeitig fahren – da wird eine Menge Gummiabrieb auf der Strecke liegen.“

Den letzten Testtag mit dem Interimsauto absolvierte am Donnerstag Jamie Green. „Wir haben dabei wieder eine Menge gelernt“, so der Brite. „Nun kann ich es kaum erwarten, das neue Auto zu fahren. Es sieht spektakulär aus. Und natürlich hoffen wir, dass es auch schnell ist.“

Nach der Weltpremiere in Genf dreht der neue Audi RS 5 DTM vom 14. bis 16. März seine ersten öffentlichen Testrunden auf der italienischen Rennstrecke von Vallelunga in der Nähe von Rom. Der abschließende DTM-Test vor dem Saisonstart findet vom 3. bis 6. April in Hockenheim statt.

Februar 23, 2017
von Erich Hirsch
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Paul Di Resta: „Mehr Würze mit den neuen Regeln“

Paul Di Resta, Mercedes-AMG C 63 DTM(c)Mercedes

Mercedes-Pilot Paul di Resta freut sich schon auf die neue Saison. In Portimao testet der 30-Jährige zusammen mit Gary Paffett und Edoardo Mortara den neuen Mercedes-AMC C63 DTM. Der DTM-Champ von 2010 möchte seinen zweiten Titel für Mercedes einfahren und setzt alles daran, sein Ziel zu erreichen. Im Interview spricht der 58-fache Ex-Formel1-Pilot über die neue Saison und weshalb die neuen Regeländerungen der DTM mehr Würze verleihen.

Paul, durch die Regeländerungen rückt der Fahrer in diesem Jahr mehr in den Vordergrund. Verbessert das deine Chancen mit Blick auf deine langjährige Erfahrung?
Paul Di Resta: „Die neuen Regeln für 2017 werden den Rennen definitiv mehr Würze verleihen. Es war ein wichtiges Ziel, den Fans eine noch bessere Show zu bieten. Die wichtigsten Veränderungen sind sicherlich die neuen Reifen sowie deren Abbau und Verhalten während Qualifying und Rennen. Man muss mit ihnen richtig umgehen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Hoffentlich hilft mir dabei meine Erfahrung, auch mit den Pirelli-Reifen in der Formel 1. Am wichtigsten für uns ist jedoch, damit den Fans gute Unterhaltung zu bieten.“

Veränderst du für diese Saison dein Training bzw. deine Vorbereitung?
Di Resta: „Mein Trainings-Programm sieht noch genauso aus. Ich gehe körperlich immer an meine Grenzen. Klar, auch ich werde älter. Dann hilft es schon, sich etwas mehr darauf zu konzentrieren. Aber ich trainiere genug, um dadurch hoffentlich einen kleinen Vorteil zu haben.“

Inwiefern wird sich das neue Fahrzeug vom vorherigen Modell unterscheiden? Worauf können sich die Fans freuen?
Di Resta: „Im Moment fahren wir bei den Testfahrten noch nicht mit dem finalen Auto, aber schon jetzt kann ich Unterschiede bei der Aerodynamik erkennen. Der augenscheinlichste Unterschied für die Fans ist auf diesem Gebiet sicherlich der Heckflügel. Wenn das DRS aktiviert ist, bleibt das Hauptelement gleich, aber es gibt einen schmalen Flap, der sich öffnet. Das kann man viel leichter erkennen, wenn ein Fahrer seinen Vordermann angreift. Persönlich freue ich mich auf schnellere Autos. Wir haben etwas mehr Power. Auch werden die Autos durch die weicheren Reifen ein wenig schneller sein. Zudem gibt es keine Reifenheizdecken mehr. Das könnte den Rennen rund um die Boxenstopps mehr Action verleihen, wenn einige Autos auf kalten Reifen herumrutschen und andere mit aufgewärmten Reifen angreifen. Insgesamt sind das alles großartige Ideen, für die sich die Fahrer schon in der Vergangenheit eingesetzt haben. Jetzt hoffe ich, dass alles funktioniert und es zu einer besseren Show führt.“

Februar 22, 2017
von Erich Hirsch
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Testauftakt in der DTM: Wichtigster Test in Portimao vor Homologation

Mercedes-AMG DTM (c)Mercedes
Start frei für den ersten DTM-Test des Jahres! In dieser Woche finden auf dem Autódromo Internacional do Algarve in Portimao die ersten Testtage im Kalenderjahr 2017 statt. Für das Mercedes-AMG DTM Team sind Gary Paffett, Paul Di Resta und Neuzugang Edoardo Mortara im Einsatz.

Bei Audi kommen Mattias Ekström, Loic Duval, Rene Rast und Jamie Green zum Einsatz, während Augusto Farfuß und DTM-Champion Marco Wittmann im neuen BMW M6 DTM ins Steuer greifen. Es ist der letzte Test vor der Homologation der neuen Boliden aller drei Hersteller. Weitere Tests folgen in Vallelunga und Hockenheim.

Februar 21, 2017
von Erich Hirsch
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Mercedes: Hinter den Kulissen Systemadministrator Mario Skobowsky

Mario Skobowsky, Systems Administrator, Mercedes-AMG DTM Team(c)Mercedes

Hinter den Kulissen eines DTM-Teams arbeiten zahlreiche fleissige Helfer mit, um für den Erfolg eines Herstellers zu sorgen. Bei Mercedes gehts es heute um den Systemadministrator Mario Skobowsky. Wer kennt diese Situation nicht? Eben noch schnell eine wichtige E-Mail senden und plötzlich die Katastrophe: „Blue Screen“, Fehlermeldungen und Computerabstürze am laufenden Band. Auch ein DTM-Team ist gegen Computerprobleme nicht immun. Mit Systemadministrator Mario Skobowsky (34) hat das Mercedes-AMG DTM-Team aber eine wirksame Waffe gegen hartnäckige IT-Probleme.

„Die größte Herausforderung ist, die Infrastruktur so stabil hinzustellen, dass niemand merkt, dass die IT überhaupt da ist“, verrät Mario sein Erfolgsgeheimnis. „So ist es auch im normalen Leben: Uns ruft keiner an, um sich zu bedanken, dass sein Rechner läuft. Es wird nur angerufen, wenn es nicht läuft. Genauso muss es auch an der Rennstrecke sein: Wenn sich niemand meldet, ist alles richtig gelaufen.“

Mario ist an den DTM-Rennstrecken der Herr über alle Kabel, Computer und Datenverbindungen. Um die komplette Boxenanlage zu verkabeln, verlegt er an jedem Rennwochenende zwischen 500 und 700 Metern Netzwerkkabel. Zudem betreut er das gesamte Computer-Equipment des Teams. „Hierbei muss ich mich um alle möglichen Laptops kümmern, die benötigt werden“, erzählt Mario. „Etwa für die Mechaniker und Dateningenieure, aber auch um die Laptops von Vorständen oder anderen Leuten.“ Abhängig von der Fahrzeit der Autos auf der Strecke fallen im Laufe eines Rennwochenendes zwischen 30 und 35 Gigabyte an Datenvolumen an.

Seit zwei Jahren setzt das Team auf komplett verkabelte Arbeitsplätze und Meetingräume in der Racebase, die mit den Boxen verbunden ist. „Sie ist im Endeffekt der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen“, erklärt Mario. Die Serveranlage ist in die Racebase integriert und über Lichtwellenleiter mit den Arbeitsplätzen der Ingenieure in der Box sowie den Kommandoständen verbunden. Das ganze System ist mobil und bei jedem Rennen mit dabei. Somit macht es kaum einen Unterschied, ob ein Rennen in Hockenheim oder Moskau stattfindet. „Die Anreisewege sind ein bisschen länger“, sagt Mario schmunzelnd. Im Voraus müssen vielleicht ein oder zwei Dinge wie die Ansprechpartner für die Verkabelung abgeklärt werden. „Aber ansonsten ist der Ablauf identisch.“

Von Serverausfällen blieb das Team bislang verschont. „Aber wir hatten schon einen Fall, in dem das Zeitensignal (externer Zulieferer) zehn Minuten vor Rennbeginn komplett abgebrochen ist und keine Datenströme mehr da waren.“ Der Grund dafür war witterungsbedingt. „Dadurch standen unsere Leute ohne Informationen da, wo sich welches Auto auf der Strecke befindet, welche Position es hat und welche Rundenzeiten es fährt.“ In solchen Notfallsituationen packen dann alle gemeinsam an, um rechtzeitig eine Lösung zu finden und dem Partner wo es nur geht zu helfen.

Für Mario ist das auch einer der Gründe, die die Arbeit vor Ort so aufregend und besonders machen. „Wir haben zwar nur einen kleinen Anteil daran, denn es kommt ja vor allem auf die Fahrer und die Ingenieure an. Wir sind nur ein kleines Zahnrädchen, aber wenn dieses Rädchen nicht funktioniert, dann geht auch das große Ganze nicht“, betont Mario. Motorsport ist eben ein Mannschaftssport. „Und dieser Einsatz von jedem; dass wir alle an einem Strang ziehen, das ist der Grund dafür, warum wir auch jedes Mal wieder mit Spaß an die Sache herangehen.“

Übrigens: Auch abseits der DTM-Infrastruktur ist Mario vom Motorsport-Virus infiziert. „Ich war fast zehn Jahre lang immer bei der MotoGP am Sachsenring“, verrät er. „Jetzt besuche ich, wenn es die Zeit zulässt, gerne mit meinem Sohnemann GT3- oder Motocross-Rennen oder auch mal Red Bull Air Race Veranstaltungen.“ So kann Mario auch einmal entspannt ein Rennen genießen, ohne jeden Moment mit einem Notfall rechnen zu müssen.

Februar 16, 2017
von Erich Hirsch
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Mercedes: Maro Engel wird Markenbotschafter

Maro Engel,Mercedes (c)Mercedes

Maro Engel wird neuer Mercedes-AMG Markenbotschafter. Der DTM-Fahrer gehört damit zu einem prominenten Kreis mit Motorsport-Größen wie Bernd Schneider, Karl Wendlinger oder David Coulthard. Maro Engel, der bereits seit 2007 in der britischen F3-Meisterschaft als Junior und ab 2008 in der DTM als Werksfahrer für Mercedes-AMG tätig ist, wird seine Engagements mit der Performance Marke aus Affalterbach weiter intensivieren. Zu seinen größten Erfolgen für das Kundensportprogramm von Mercedes-AMG gehören unter anderem der Sieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2016 sowie der FIA GT Weltmeistertitel 2015.

Hier drei Fragen an den neuen Mercedes-Markenbotschafter:
Maro, du bist nach deinen GT3-Einsätzen in Dubai, Daytona und Bathurst letzte Woche zu deinen DTM-Teamkollegen in das Trainingslager gestoßen. Wie waren die ersten Tage und was steht bei dir in den nächsten Wochen auf dem Plan?
Maro Engel: Ich bin aufgrund des Rennens in Bathurst erst etwas später zu den Jungs gestoßen, aber es war ein tolles Trainingscamp. Wir haben hart trainiert, hatten viel Spaß zusammen und sind alle als Team noch enger zusammengewachsen. Für mich geht es jetzt zunächst zum Formel-E-Rennen nach Buenos Aires, bevor ich meine DTM-Teamkollegen wieder beim Test in Vallelunga sehe. Aber zuvor werde ich öfter bei HWA in Affalterbach vorbeischauen und mich auf die Saison vorbereiten. Ich kann es kaum erwarten, dass die DTM-Saison richtig losgeht.

Wird man dich im Laufe der Saison trotz vollem Terminkalender mit DTM und Formel-E auch noch bei dem einen oder anderen GT3-Rennen sehen?
Maro Engel: Die GT3-Rennen sind fantastische Rennen und mir sehr ans Herz gewachsen. Besonders freue ich mich auf das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, um unseren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Die Nordschleife ist eine ganz besondere Rennstrecke und immer wieder eine neue Herausforderung, dort mit der Startnummer #1 an den Start zu gehen ist etwas Besonderes. Wenn es zeitlich irgendwie möglich ist, versuche ich auch noch weitere GT-Rennen zu bestreiten. Vor allem der FIA GT World Cup in Macau wäre für mich ein weiteres Highlight. Mal schauen, was sich im Laufe des Jahres noch so ergibt…

Du bist als Mercedes-AMG Markenbotschafter ernannt worden. Was bedeutet dir diese Ernennung und wie sehen deine Aufgaben aus?
Maro Engel: Es ist eine Ehre für mich und es freut mich sehr, dass ich damit noch enger mit der Marke verbunden bin. Mercedes-AMG ist für mich schon immer die Marke, mit der ich mich zu hundert Prozent identifiziere. Für mich zählen die Mercedes-AMG Fahrzeuge nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch auf der Straße zu meinen absoluten Traumautos. Es stehen viele spannende Projekte an, ich werde weiterhin für die AMG Driving Academy im Einsatz sein und ich freue mich auf die Aufgaben als Repräsentant und Botschafter der Marke Mercedes-AMG bei Messen, Events und weiteren Veranstaltungen. Zudem freue ich mich, in der DTM mit der Startnummer 63 auf meinem Mercedes-AMG C 63 DTM an den Start zu gehen.

Februar 15, 2017
von Erich Hirsch
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Audi-Rookie Loïc Duval: „Ich möchte in der DTM aufs Podium“

Loic Duval,Audi (c)Audi

Neue Herausforderung für Loïc Duval: Nach fünf Jahren mit Audi in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC, einem Titelgewinn und einem Le-Mans-Sieg wechselt der 34 Jahre alte Franzose 2017 in die DTM. Im Interview berichtet Duval von seinen ersten Eindrücken im Audi RS 5 DTM und dem Gefühl, wieder ein Rookie zu sein.

Der Wechsel von der WEC in die DTM ist ein großer Schritt – freuen Sie sich auf die neue Herausforderung?
Loïc Duval: „Ich war immer ein großer Fan der DTM. Schon als ich in der Formel 3 Euro Serie fuhr, habe ich die DTM-Rennen mit großer Spannung verfolgt. Die DTM bietet starke Fahrer, tolle Autos und packende Rennen. Als mich Dieter Gass anrief und fragte, ob ich in der DTM fahren möchte, habe ich sofort Ja gesagt.“

Wie war Ihr Eindruck vom Audi RS 5 DTM beim ersten DTM-Test in Jerez?
Duval: „Ich bin in Japan bereits ähnliche Autos gefahren, deshalb fühlte ich mich gleich wohl. Der RS 5 DTM besitzt viel Power und eine gute Aerodynamik. Ein unbekannter Faktor sind die Reifen: Ich war auf 2016er-Reifen unterwegs und kann nicht einschätzen, wie groß der Unterschied zu den 2017er-Reifen sein wird. Insgesamt hatte ich zwei wichtige Testtage, je einen Tag im Trockenen und im Nassen. So konnte ich das Auto bei verschiedenen Bedingungen kennenlernen.“

Wie sind Sie in der DTM-Mannschaft von Audi Sport aufgenommen worden?
Duval: „Meine neuen Teamkollegen haben mich positiv empfangen. Ich kenne die Audi-DTM-Fahrer schon seit vielen Jahren. Obwohl ich in der WEC fuhr, haben wir uns beim Fitness-Camp und vielen Terminen getroffen. Alle waren sehr nett und haben mir viele Fragen beantwortet. Den engsten Draht habe ich natürlich zu René Rast und Mike Rockenfeller, da wir bereits als Teamkollegen in der WEC und bei den 24 Stunden von Le Mans viel Zeit miteinander verbracht haben.“

Wovor haben Sie in der DTM am meisten Respekt?
Duval: „Es gibt in der DTM viele Fahrer mit einer riesigen Erfahrung. Im Qualifying ist es oft sehr eng, zwei Zehntelsekunden Unterschied entscheiden darüber, ob man an der Spitze ist oder in der Startaufstellung ganz hinten steht. Man muss in der DTM alles in einer sehr engen Zeit zusammenbringen. Ich kann noch schwer einschätzen, wie lange ich brauchen werde, um mich dort einzufinden. Auch die Beziehung zum Renningenieur ist sehr wichtig. Da brauchen wir sicherlich auch am Anfang noch Zeit, bis wir uns richtig verstehen.“

Die DTM-Autos verändern sich gegenüber 2016 technisch etwas. Ist das ein kleiner Vorteil, genau in diesem Moment in die DTM zu wechseln?
Duval: „Trotz meiner Erfahrung im Motorsport bin ich ja fast wieder ein Rookie. Da ist es sicherlich etwas leichter, gerade jetzt in die DTM zu wechseln. Denn 2017 gibt es Veränderungen an Aerodynamik, Motorleistung und Reifen. Hinzu kommt, dass die Reifen nicht mehr vorgewärmt werden dürfen. Da diese Dinge auch für erfahrene Piloten eine Umstellung bedeuten, ist es für mich vielleicht einfacher, auf den gleichen Level zu kommen.“

Kennen Sie bereits alle DTM-Rennstrecken?

Duval: „Viele DTM-Strecken kenne ich aus meiner Zeit in der Formel 3 Euro Serie, neu sind für mich Moskau, Budapest und der Red Bull Ring. Doch heutzutage ist es relativ einfach, sie am Simulator kennenzulernen. Die letzten Hundertstel findet man aber nur auf der Strecke.“

Wie sieht Ihre Saisonvorbereitung aus?
Duval: „Die Winterpause ist ja sehr lang, ich mache eine Menge Sport. Außerdem werde ich einige Tage mit dem Team verbringen und nach Neuburg fahren, um mehr Leute aus dem DTM-Umfeld kennenzulernen. Zwischen Februar und April sind noch weitere Tests geplant, auf die ich mich sehr freue.“

Einige DTM-Rennen kollidieren mit der Formel E. Was hat für Sie Priorität?
Duval: „Definitiv Audi – wie bisher auch. Wenn es Überschneidungen mit der Formel E gibt, werde ich natürlich mit Audi in der DTM fahren, keine Frage.“

Was ist Ihr Ziel für die Saison 2017?
Duval: „Ich möchte eine Menge Spaß haben, dann sind auch die Resultate gut. Je schneller ich mich an die DTM anpasse, umso früher kann man gute Ergebnisse erwarten. Ich möchte in der DTM in der kommenden Saison gerne aufs Podium.“

Welchen Audi fahren Sie derzeit privat?
Duval: „Ich fahre zurzeit einen Audi RS 6, warte aber auf den Audi SQ7. Das ist ein tolles Auto mit einem starken TDI-Motor und einer Menge Platz für meine zwei Kinder und viel Gepäck.“

Februar 12, 2017
von Erich Hirsch
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Mercedes: Teamgeist gestärkt, Fahrerkader wächst im Fitness-Camp zusammen

Mercedes-AMG DTM Team, La Manga, Fitness Camp (c)Mercedes

Mercedes stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Vor dem Start in die neue Saison stand harte Arbeit auf dem Programm: Vom 04. bis 08. Februar legten die Mercedes-AMG DTM-Fahrer beim traditionellen Fitness-Camp im spanischen La Manga die konditionellen Grundlagen für das anstehende DTM-Jahr. Das Fitness-Training an sich war jedoch nur ein Teil des Programms für die sechs Einsatzfahrer Lucas Auer, Paul Di Resta, Maro Engel, Edoardo Mortara, Gary Paffett und Robert Wickens sowie Test- und Ersatzpilot Maximilian Günther.

„Es ging natürlich ums Training, aber zu einem wichtigen Teil auch darum, als Team zusammenzuwachsen und die Ziele für die Saison festzulegen“, sagte Team-Captain Gary Paffett. „In dieser Hinsicht haben wir ein gutes Verständnis erarbeitet und wissen, was wir erreichen wollen.“ Das ist umso wichtiger, da mit dem DTM-Rückkehrer Maro Engel und den beiden Neuzugängen Edoardo Mortara und Maximilian Günther gleich drei neue Gesichter am diesjährigen Fitness-Camp teilnahmen.

„Es war eine super Trainingswoche, auch wenn sie bei mir etwas verkürzt war“, sagte Maro, der erst später zum Team stieß, weil er am vergangenen Wochenende noch am 12-Stundenrennen in Bathurst teilnahm. „Es hat riesigen Spaß gemacht, mit den Jungs zusammen zu sein. Wir haben schon jetzt einen richtig starken Teamspirit. Vom Gefühl her sind wir hier noch enger zusammengerückt.“

Für Edoardo war das Fitness-Camp in La Manga die erste Gelegenheit, um alle seine neuen Teamkollegen persönlich kennenzulernen. „Ich hatte viel Spaß“, sagte er. „Wir haben viel gemeinsam trainiert und es war eine tolle Fitness-Woche mit sehr gutem Team-Building. So konnte ich meine Kollegen und Chefs besser kennenlernen.“ Der amtierende Vizemeister der DTM fühlt sich nach den Tagen in La Manga mehr und mehr als Teil der Mercedes-Familie. „Natürlich benötigt es etwas Zeit, aber solche Veranstaltungen wie die Fitnesswoche helfen sehr dabei, sich besser in die Gruppe zu integrieren. Ich hätte mir keinen besseren Start in das Jahr vorstellen können als diese Woche.“

Trotz des harten Trainings war auch Maximilian Günther der Spaß in der Gruppe anzusehen. „Das Teamwork und Team-Building standen im Vordergrund“, sagte er. „Das war richtig cool. Klar, der Großteil der Fahrer kennt sich bereits lange, aber es gibt eben auch neue Teammitglieder wie Edo oder mich. Da ist es schön, wenn man den Kontakt intensivieren kann.“

Das Programm der Testwoche bestand neben Fitness-Training und Mannschaftssportarten wie Fußball, unter anderem auch aus Kartfahren, Mountainbiking, Tennis und Kajakfahren. „Es war von allem etwas dabei“, sagte Maximilian. „Das war zum einen sehr anstrengend, zum anderen gab es aber auch viele Besprechungen und Meetings, aus denen ich viel mitnehmen konnte.“

Während Maximilian zum ersten Mal an der Fitness-Woche teilnahm, ist Paul Di Resta bereits ein alter Hase auf diesem Gebiet. Der Schotte geht 2017 in seine achte DTM-Saison. „Wir kommen seit einigen Jahren nach La Manga“, sagte er. „Es ist ein toller Ort für solch ein Event. Wir waren eine kleine Gruppe und das Team-Building war toll. Das ist wichtig, um auf der Strecke erfolgreich zu sein.“

Wie es sich für ehrgeizige Rennfahrer gehört, entwickelte sich im Verlauf der Fitnesswoche auch ein kleiner Wettkampf zwischen den Teamkollegen. „Wir haben uns viel gepusht, oftmals auch am Ende von speziellen Workouts“, verriet Robert. „Dann haben wir uns gegenseitig angetrieben. Da kam der Wettkampfgedanke zum Vorschein, wenn man gesehen hat, was der andere kann, dachte man sich selbst, dass man es besser kann“, fügte Robert lachend hinzu. Dem Teamgeist tut so ein bisschen gesunder Ehrgeiz und Wettbewerb nur gut. „Es hat Spaß gemacht und immer wenn wir so ein Fitnesscamp abhalten, werden wir bessere Freunde und bessere Teamkollegen.“

Das kennt Lucas Auer schon aus den vergangenen Jahren. „Es war eine super Fitnesswoche“, sagte der Österreicher. „Wir haben uns als Team verstärkt und viel trainiert. Es war in jeder Hinsicht harte Arbeit, nicht nur physisch, sondern auch in anderen Bereichen. Ich glaube, dass wir stark aufgestellt sind für die anstehenden Aufgaben.“ Während bis zum Saisonstart in Hockenheim (05.-07. Mai) noch etwas Zeit ist, stehen schon in zwei Wochen von 20. bis 23. Februar die ersten Testfahrten des Jahres in Portimao auf dem Programm.

Hartes Training, gestärkter Teamgeist – so lässt sich die vergangene Woche auch aus Sicht von Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz zusammenfassen. „Wir hatten mit Edo, Maro und Max gleich drei neue Teammitglieder mit dabei“, sagte er. „In La Manga ist es den Neulingen gelungen, sich super in unsere Mannschaft einzufügen. Die Fahrer sind als Gruppe zusammengewachsen und verinnerlichten diesen besonderen Teamspirit, der unser Team schon in den vergangenen Jahren auszeichnete. Neben der Performance auf der Strecke ist das ein weiterer wichtiger Eckpfeiler, um eine erfolgreiche Saison fahren zu können.“

Februar 10, 2017
von Erich Hirsch
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Audi: Ingolstädter blasen mit drei DTM-Teams auf Titeljagd

Team-Zusammensetzung Audi DTM 2017 (c)Audi

Audi bläst zur Titeljagd 2017. Drei Monate vor dem Saisonauftakt der DTM 2017 hat Audi seine Teamverteilung bekannt gegeben. Als einziger Hersteller geht die Premiummarke mit drei Teams an den Start. Die DTM-Saison beginnt am 5. Mai auf dem Hockenheimring.

Der neue Audi-Motorsportchef Dieter Gass setzt bei der Einteilung der DTM-Teams auf eine Kombination aus bewährtem Routinier und vielversprechendem Teamkollegen: „Mit Mattias Ekström bei ABT, Jamie Green bei Rosberg und Mike Rockenfeller bei Phoenix haben alle drei Teams ihre Speerspitzen. Diese Team-Fahrer-Kombinationen waren schon in der Vergangenheit sehr schlagkräftig. Unser Youngster Nico Müller tritt in die Fußstapfen von Edoardo Mortara, und unsere beiden DTM-Neuzugänge Loïc Duval und René Rast werden von der Erfahrung ihrer Teamkollegen profitieren“, sagt Gass.

Nico Müller startet erstmals gemeinsam mit Mattias Ekström für das Audi Sport Team Abt Sportsline. Mit der Mannschaft aus dem Allgäu feierte der Schweizer in der vergangenen Saison seinen ersten DTM-Sieg. Der Franzose Loïc Duval wird im Audi Sport Team Phoenix neuer Teamkollege von Mike Rockenfeller. Beide kennen sich gut aus dem LMP-Programm von Audi. René Rast fährt an der Seite von Jamie Green für das Audi Sport Team Rosberg, mit dem er im Vorjahr sein erstes DTM-Rennen bestritten hat.

„Mattias (Ekström) gehört bei ABT schon zur Familie, und Nico (Müller) hat sich in seiner ersten Saison bei uns perfekt eingefügt“, sagt Hans-Jürgen Abt, Teamchef des Audi Sport Team Abt Sportsline. „Ich bin überzeugt, dass wir mit dem alten Schweden und dem jungen Schweizer Kracher eine der stärksten Fahrerpaarungen haben.“

„Rocky (Mike Rockenfeller) hat bei Phoenix im Jahr 2013 sein Meisterstück in der DTM gemacht, und gemeinsam mit ihm wollen wir zurück an die Spitze“, sagt Ernst Moser, Teamchef des Audi Sport Team Phoenix. „Loïc (Duval) kenne ich von den Audi Sport Wintercamps. Er war als Rennfahrer schon in vielen Kategorien erfolgreich. Ich hoffe, dass er frische Impulse mit in das Team bringt und auch in der DTM seinen Weg macht.“

„Jamie (Green) ist ohne Zweifel einer der schnellsten DTM-Fahrer und sein erster Titel mehr als überfällig“, sagt Arno Zensen, Teamchef des Audi Sport Team Rosberg. „René (Rast) hat bei seinen ersten DTM-Rennen im vergangenen Jahr einen tollen Job gemacht und ist ein klasse Typ. Jetzt muss er zeigen, dass er sich auch über eine ganze Saison hinweg so gut behaupten kann.“

Im DTM-Projekt von Audi stehen vom 20. bis 23. Februar die nächsten Testfahrten an. Sie finden auf der Rennstrecke in Portimão (Portugal) mit einer Interimsversion des Audi RS 5 DTM statt. Der neue Audi RS 5 DTM feiert am 7. März auf dem Automobilsalon in Genf seine Weltpremiere und ist anschließend vom 13. bis 16. März in Vallelunga (Italien) erstmals bei öffentlichen Testfahrten zu sehen. Der abschließende Test vor dem Saisonstart findet vom 3. bis 6. April in Hockenheim statt.

Die Audi Sport Teams in der DTM 2017:

Audi Sport Team Abt Sportsline
#5 Mattias Ekström (S), Red Bull Audi RS 5 DTM
#51 Nico Müller (CH), Playboy Audi RS 5 DTM

Audi Sport Team Phoenix
#77 Loïc Duval (F), Castrol EDGE Audi RS 5 DTM
#99 Mike Rockenfeller (D), Schaeffler Audi RS 5 DTM

Audi Sport Team Rosberg
#33 René Rast (D), AUTO BILD MOTORSPORT Audi RS 5 DTM
#53 Jamie Green (GB), Hoffmann Group Audi RS 5 DTM

Januar 2, 2017
von Erich Hirsch
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Ex-Audi-Pilot Molina flirtet mit der Formel E, DTM-Champ Wittmann dagegen lässt es kalt

Miguel Molina,Audi (c)Erich Hirsch

Miguel Molina zeigt starkes Interesse, in der Formel E anzuheuern. Der 27-jährige Spanier fuhr in der abgelaufenen Saison als Audi-Werkspilot in der DTM, die er mit Platz 13 abschloss. Da die drei Premium-Hersteller (Audi, BMW und Mercedes) aus Kostengründen abspecken, schicken sie für 2017 nur mehr je sechs Piloten an den Start. Molina ist einer der Leidtragenden, der keinen neuen Vertrag bei den Ingolstädtern mehr erhält. Er muss sich nach Alternativen umsehen.

„Es gibt einige verschiedene Möglichkeiten“, sagt Molina ebenfalls gegenüber ‚Motorsport.com‘. „Wir müssen analysieren, welche Rennserie und welche Autos am besten zu meinem Fahrstil passen. Es ist noch zu früh, eine Entscheidung zu fällen. Die Formel E könnte eine Option sein“, ergänzt der Ex-DTM-Pilot.

Molina gewann in seiner siebenjährigen DTM-Ära „nur“ drei Rennen, zwei davon in der abgelaufenen Saison. Im ABT-Team fühlte sich Molina zwar wohl, konnte sein Talent aber nie richtig unter Beweis stellen. Der Spanier hat daher die Formel E auf dem Radar. Allerdings befindet sich die Elektrorennserie bereits mitten im ersten Drittel der Meisterschaft und mögliche Fahrerwechsel sind aktuell nicht geplant. Das weiß auch Molina. „Die Meisterschaft ist bereits voll im Gange. Es wird schwierig, noch in dieser Saison den Einstieg zu schaffen, ausgeschlossen ist es aber nicht“, macht sich Molina Mut.

Sein Optimismus beruht auf der Tatsache, dass er schon vor Saisonbeginn mit gewissen Formel-E-Teams im Gespräch war. „Ich hatte Optionen, dort schon diese Saison zu fahren. Ich hatte aber einen Vertrag bei Audi und konnte einen solch radikalen Wechsel nicht machen. Es bleibt eine Option, aber nicht für dieses Jahr“, so Molina.

Sollte es mit der Formel E nicht klappen, hofft der Ex-Audi-Pilot, woanders unterzukommen. „Wir wägen gerade ab, wo ich letztendlich fahre und wettbewerbsfähig bin. Das wird noch etwas Zeit brauchen. Wir sind mit mehreren Rennserien in Verhandlungen, und ich hoffe, dass es bald eine endgültige Entscheidung gibt“, sagt Molina.
Marco Wittmann: „Formel E könnte in 10 Jahren Königsklasse sein“

Marco Wittmann,BMW (c)BMW

Während der Ex-Audi-Pilot Molina auf eine Zukunft in der Formel E hofft, kann sich sein ehemaliger DTM-Fahrerkollege Marco Wittmann mit der Elektrorennserie noch nicht anfreunden. „Wenn ich ehrlich bin, bin ich momentan kein großer Fan der Formel E“, gibt der aktuelle DTM-Champion auf ‚Motorsport.com‘ offen zu. „Ich mag die Formel-E-Autos ohne Sound nicht so richtig. Und auch der Topspeed ist nicht gerade berauschend“, ergänzt der 27-jährige Franke.

Allerdings hat Wittmann noch nie ins Lenkrad eines Formel-E-Boliden gegriffen. „Ich habe es noch nie ausprobiert. Vielleicht sollte ich es einmal versuchen und ein Gefühl dafür bekommen, bevor ich mir meine Meinung bilde. Aber momentan bin ich nicht sonderlich daran interessiert“, sagt der Bayer.

Dabei hätte Wittmann mit seinem aktuellen Arbeitgeber BMW einen großen Fürsprecher in der Formel E. Der Münchner Automobilhersteller engagiert sich seit dieser Saison vermehrt als Technologiepartner beim US-Rennstall Andretti und strebt ab Saison fünf (2018/19) einen Werkseinsatz mit eigenem BMW-Antrieb an. Immerhin gibt es auch positive Zeichen des zweifachen DTM-Champions in Richtung Formel E: „Die Show drum herum und die Austragungsstädte der Rennen sind wirklich großartig. Es ist etwas Besonderes, in diesen Großstädten Rennen zu fahren. Das gefällt mir schon sehr“, lobt Wittmann.

Die DTM ist aktuell und auch weiterhin die Heimat des BMW-Piloten. Dort fühlt sich der junge Bayer pudelwohl. Schließlich schaffte es Wittmann als einziger BMW-Pilot seit dem Wiedereinstieg des bayerischen Automobilherstellers in die DTM 2012, zweimal den Titel nach München zu holen. „Ja, ich bin sehr glücklich in der DTM, ich fühle mich dort sehr wohl“, sagt er.

Dennoch weiß auch der Franke, dass das kein Dauerzustand sein muss. „Natürlich müssen wir schauen, was die Zukunft bringt. Die Formel E könnte in zehn Jahren die Königsklasse sein. Als Fahrer muss man einfach schauen, in welche Richtung sich der Motorsport bewegt – und man sich selbst. Nur so kann man wirklich eine Entscheidung treffen, wohin die Reise führen soll“, fügt Wittmann hinzu. Vielleicht führt ihn die Reise ja letztlich doch in die Formel E.